Ipiales

29. Dezember bis 2. Januar

In Ecuador und auch Kolumbien ist Ferienzeit. So gut wie alle gehen im jeweils anderen Land ihre Verwandten besuchen. Wir bekommen das sehr deutlich zu spüren und stehen drei Stunden in der Schlange um unseren Ausreisestempel abzuholen. Wir nehmen ein deutsches Paar mit nach Kolumbien. Er kommt aus Ägypten und hat es deshalb beim Reisen nicht einfach. Überall wollen sie an der Grenze ein Visum sehen, für viele muss er ordentlich blechen. Es ist nicht das erste Mal, dass wir erleichtert feststellen, wie gut wir es als Deutsche doch haben – wir können uns frei bewegen und scheinen überall willkommen zu sein. Wir nehmen die beiden mit nach Ipiales, in die nächste Stadt nach der kolumbianischen Grenze. Dunkel ist es schon längst und gerade in dieser Region sollte man nachts nicht durch die Gegend fahren. Die Nacht verbringen wir auf dem Parkplatz einer Seilbahnstation – wieder einmal ganz umsonst, bewacht, mit Toilette und WIFI. Unsere Nachbarn im Camper geben uns den Tipp, die schöne Basilika von einem Aussichtspunkt aus anzuschauen. Unten an der Straße ist ein großer Tumult, die Polizei und ein paar Autos. Sie stoppen uns und raten uns zurück zu gehen. Ein paar aggressive Jugendliche haben ihnen die Reifen zerstochen, es sei gefährlich. Was für ein Start in Kolumbien… Nachts regnet es und auch am nächsten Morgen sieht es nicht besser aus. Es ist wolkig und kalt. Trotzdem steigen wir in die Seilbahn und fahren ins Tal. Direkt in den Canyon gebaut, sehen wir die „Santuario de Las Lajas“ (Heiligtum unserer Dame von Las Lajas). Wohl eine der schönsten Kirchen Südamerika. Obwohl wir schon viele Kirchen gesehen haben, sind wir beeindruckt.

Noch am selben Tag fahren wir in Richtung Norden. Unser Ziel für Silvester haben wir schon ausgesucht. Doch wie schon so oft, stellen wir fest, dass es keine gute Idee ist Pläne zu machen. Nur rein zufällig stellen wir fest, dass unser Importationspapier fehlt! Wahrscheinlich liegt es noch im Büro der Versicherung an der Grenze… Wenn wir kontrolliert werden und das nicht haben, kommen wir in echte Schwierigkeiten. In der nächst größeren Stadt gehen wir zum Zoll um ein neues ausstellen zu lassen. Doch genau wie in Deutschland hat zwischen Weihnachten und Silvester alles zu. Auch ans Telefon geht keiner. Wir drehen um, drücken aufs Gas (was nicht so einfach geht bei den Bergen und dem Ferienverkehr) und fahren zurück an die Grenze. Zum Glück liegt das Papier wirklich dort, wo wir es vermutet haben. Wieder in Ipiales nutzen wir die Zeit gut, um uns einen Papp-Minion zu kaufen. In der Stadt ist alles voll mit Papp-Comicfiguren oder Promiköpfen. In Kolumbien werden diese Figuren an Silvester verbrannt. Das soll Glück fürs neue Jahr bringen. Genau so wie neongelbe Unterwäsche zu tragen. Darauf verzichten wir.

Zusammen mit unserem neuen Begleiter fahren wir am nächsten Tag nach Popayan. Dort wollen wir Silvester verbringen. Kurz vor der Stadt wird Feuerwerk verkauft. Wir haben zwar gehört, dass es verboten sein soll, doch wenn sie es verkaufen und uns erzählen, dass dieses erlaubt sei, wird es schon stimmen. Pünktlich als wir ankommen, fängt es an zu regnen. Die Besitzer des Campingplatzes sind sehr skeptisch als wir ihnen erzählen, dass wir in der Stadt feiern wollen. Kolumbianische Gäste nehmen uns mit in die Stadt. Da tatsächlich alles wie ausgestorben ist, versuchen sie für uns etwas ausfindig zu machen. Vergebens… Alle Kolumbianer feiern zu Hause mit der Familie. In der Stadt finden wir ein Restaurant in dem wir etwas essen können und eine Pizzeria mit Schweizer Besitzerin, in der sich alle „Gringos“ tummeln. Da Popayan eine historische Altstadt hat, ist es wirklich strengstens verboten Feuerwerk loszulassen. Selbstverständlich ist auch das Verbrennen des Minions verboten. Also muss er uns noch ein Weilchen begleiten. Um Mitternacht ist keiner auf der Straße. Nicht alle halten sich an die Gesetze und feuern ein Feuerwerk ab. Also ist es trotz allem eine Steigerung zu unserem letzten Silvester in Malaysia. Nach 0Uhr öffnen plötzlich wieder alle Bars und die Leute strömen dort hin. Wir finden einen tollen Salsaclub mit guter Musik und tanzbein-schwingenden Kolumbianer, in dem wir doch noch etwas das neue Jahr feiern können…

 

 

 

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