Capurgana

8. bis 20. Januar

Der karibischen Küste sind wir nun schon verdammt nah, es wird bei jedem Kilometer wärmer und wir können das Meer schon förmlich riechen.

Ganz plötzlich ändern sich jedoch wieder einmal unsere Pläne: Eriks Kumpel heiratet seine kolumbianische Freundin und das ausgerechnet hier in Kolumbien. Klar, dass wir uns das nicht entgehen lassen! Wir fahren also weiter nach Medellin. Von dort aus fliegen wir nach Bucaramanga, dort findet die Feier statt. Die Tage bis zum Abflug verbringen wir auf einem Campingplatz oberhalb der Stadt. Kolumbianische Städte sind einfach nicht gut für Autoreisende ausgestattet: Weder Parkplätze noch günstige Hotels mit Parkplatz sind einfach zu finden. Wir nutzen die Zeit um uns in einer Shoppingmall mit tauglichen Klamotten einzudecken und unseren Bus zum Verkauf online zu stellen. Ja auch dazu haben wir uns spontan entschieden. Denn so wie’s aussieht, bringt ein Import nach Deutschland nur Ärger seitens des TÜV und kostet ziemlich viel Kohle.

Nach der Hochzeit fahren wir an der Küste – ja wirklich und endlich an der Küste – entlang nach Necocli. Die Stadt befindet sich schon ziemlich am Ende der kolumbianischen Küste. Die Orte, die noch weiter weg sind, sind dann nur noch mit einem Schnellboot zu erreichen. Und so machen wir das schließlich auch. In 2 1/2h rasen und hüpfen wir in die Stadt Capurgana kurz vor die panamaische Grenze. Zum Glück erfahren wir erst bei der Ankunft von unserem deutschen Gastgeber Lothar, dass bis vor zwei Tagen Sturmflut war und dabei sogar auf einem Boot 25 Menschen gestorben sind. Wir fahren mit flauem Gefühl im Magen weiter mit dem Boot – denn Autos gibt es hier keine – in die nächste Bucht zu Lothars Lodge. Die Sturmflut hat hier dafür gesorgt, dass tonnenweise Müll an den Strand geschwemmt wurde. Es sieht nicht so sehr nach karibischem Paradies aus, ist aber nun mal die bittere Wirklichkeit und die Folge des Konsums und der modernen Welt. Trotzdem hat sich Lothar gemeinsam mit seiner kolumbianischen Frau und seiner kleinen Tochter einen Traum verwirklicht. Mitten im Dschungel am wunderschönen Meer hat er ein paar Bungalows für Touristen aufgebaut. Er erzählt uns, dass er im Moment einen Käufer sucht, denn er möchte mit seiner Familie nach Deutschland um seiner Tochter eine gute Schulbildung zu ermöglichen. Dies sei in Kolumbien und vor allem hier im Nirgendwo nur auf teuren Umwegen möglich. Wir verbringen drei Tage mit Baden, Sonnen und lesen. An einem Tag wandern wir ins kleine Fischerdorf Sapzurro. Der Weg führt durch den Dschungel. Wir hören Brüllaffen und sehen andere kleine Affen. In Sapzurro gefällt es uns besonders gut. Es ist müllfrei – da es nicht auf der Windseite liegt – und hat einen schönen Strand. Da Panama nur noch ein paar Schritte entfernt ist, lassen wir es uns nicht nehmen kurz über den Hügel zu klettern und Panama einen Besuch abzustatten. Einen Einreisestempel für Tagesgäste gibt es nicht, zwei Polizisten die unsere Pässe studieren aber schon.

 

 

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