Isla de la Providencia

5. bis 13. Februar

Wie wir auch schon am Ende unsere Reise durch Asien „Urlaub vom Urlaub“ gemacht haben, machen wir das jetzt einfach wieder am Ende unseres Südamerika Trips. Denn der Rückflug ins kalte Deutschland ist gebucht, bald geht unser großes Abenteuer zu Ende. Wir freuen uns auf zu Hause und wollen uns zum Abschluss noch etwas besonderes gönnen. Nachdem wir in Cartagena ein paar Leute getroffen haben, die den Segeltripp zwischen Cartagena und Panama gemacht haben, sind wir froh, dass wir uns dagegen entschieden haben: Seekrankheit, fünf Tage ohne Dusche, hohe Wellen, gebrochene Masten und kaputte Motoren. Im Februar weht der Wind in der Karibik besonders stark, so dass der eh schon wellige Trip auch leicht zum Hochsee-Horror werden kann.

Unser letztes Ziel ist eine kleine Insel (5000 Einwohner) im karibischen Meer. 700km entfernt von Kolumbien, nur 200 von Nicaragua und trotzdem kolumbianisch. San Andrés ist die größere Nachbarinsel. Dort ist der Tourismus schon ziemlich fortgeschritten. Wir verbringen den Nachmittag hier und staunen über die Farbe des Meeres und den weißen Strand. Um 16Uhr hebt schließlich unsere 19 Mann Propellermaschine ab. Jeder hat einen Fensterplatz. Das Cockpit ist nicht abgetrennt und die Sicherheitshinweise gibt der Copilot. So fasziniert haben wir schon lange keine Leute mehr aus einem Flugzeug steigen sehen. Vom Flughafen laufen wir etwa eine Stunde bis ins Zentrum der Insel. Dort wartet Manfred auf uns, passend zum Name auch in stabiler Figur und tiefer Stimmlage. Mit dem Boot fahren wir auf die noch kleinere Insel Santa Catalina. Dort ist unsere Unterkunft. Santa Catalina ist durch eine Fußgängerbrücke mit Providencia verbunden, denn Straßen gibt es hier fur die knapp 190 Einwohner nicht. Von unserer Gastgeberin werden wir jeden Morgen mit frischem Saft, selbst gebackenem Kokosbrot, Lobster, Krebsen, Fischbällchen, Ei oder Hühnchensandwich verwöhnt. Was das restliche Essen auf der Insel angeht, ist es sehr schwierig. Im Supermarkt gibt es kaum frische Sachen, nur süßes Brot und sehr teuer ist es auch. Als wir am Sonntag ankommen, gibt es kein Restaurant das abends offen hat. Nach ein paar Tagen bekommen wir ein Gefühl dafür und wissen wo es was gibt. Dass man eine halbe Stunde vergebens zu einem Grillrestaurant läuft, kann allerdings auch passieren. An vier Tagen mieten wir uns einen Roller, die günstigere Alternative zu den Golffahrzeugen, die auf der Insel rumfahren. Etwas brauchbares zu essen zu finden ist dann einfacher. Außerdem können wir so die ganze Insel erkunden. Schnell finden wir unseren Lieblingsstrand im Südwesten der Insel: weißer Sand, Palmen und türkisblaues klares Wasser. An einem anderen Tag wandern wir durch den Trockenwald auf den „Peak“ – mit 360m die höchste Erhebung der Insel. Leider ist das Wetter nicht besonders gut und die Sicht etwas trüb, trotzdem sehen wir die tollen Farben des Meers. Im Wald leben viele Leguane, knallblaue und grüne Eidechsen und schwarze Krebse. Von April bis Juni wird für die Krebse sogar die Straße gesperrt, denn sie laufen alle zum Strand um dort ihre Eier abzulegen und dann inklusive Nachwuchs wieder zurück in den Wald.

Manfred bringt uns an einem anderen Tag mit seinem Boot in den Nationalpark „McBean Lagoon“. Wir haben Glück denn normalerweise ist Manfred Fischer. Mit seinem Boot ist er 15 Tage am Stück auf dem Meer. Im Nationalpark befindet ein Stück des drittgrößten Korallenriffs der Welt. Bis zum Riff können wir nicht fahren, denn dort wimmelt es von großen Haien. Wir halten an einer kleinen Insel, bezahlen den Eintritt für den Park und bestaunen vom Hügel aus die sieben verschiedenen Farben des Meeres. Wie schon beim Anflug auf die Insel bekommen wir den Mund nicht mehr zu vor lauter Staunen – so etwas schönes! Und nicht nur von oben sondern auch von unten beim schnorcheln. Das Wasser ist unglaublich klar, es gibt schöne Fische und sogar zwei Schildkröten. Auf dem Rückweg halten wir an zwei weiteren Punkten zum Schnorcheln, es gibt noch mehr Korallen und noch mehr Fische. Unter Wasser sehen wir eine der vielen Kanonen, die hier auf der Insel verteilt sind. Die Engländer haben sie zur Verteidigung gegen die Spanier aufgestellt als sie die Insel als Vorzeige-Puritaner-Mission auserkoren haben. Da die Insel strategisch gut gelegen war, um die Schatzflotte der Spanier auszurauben, ließen sich auch Piraten und Freibeuter nieder. Einer von ihnen, Sir Henry Morgan, ließ dann kurzerhand fast alle Kanonen in Meer stoßen. Nur 2 stehen noch wie eh und je an der Klippe und aus einer schaut jetzt jeden Tag ein Leguan auf’s Meer.

Ein wahnsinniger Abschluss unserer Reise ist Providencia. Wir genießen es in vollen Zügen, tanken Wärme, werden aber langsam auch ungeduldig – denn es ist Zeit nach Hause zu fahren! Wir freuen uns sehr…

 

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