Santa Cruz de la Sierra

3. bis 11. September

Der Grenzübergang ist zum Glück überhaupt kein Problem. Vielleicht weil es schüttet wie aus Kübeln, keiner Reisen will und die Grenzbeamten deshalb unmotiviert sind? Nachdem wir unsere Stempel im Pass haben, alle Papiere kopiert sind, der Bus temporär importiert ist und wir von der Polizei eine „Fahrerlaubnis“ haben, gehts ab auf die bolivianischen Straßen. Dieses Mal haben wir Markus aus dem schönen Frankenland dabei, der sich spontan entschieden hat, ein Stück mit uns mit zu fahren. Die ersten Probleme gibt’s dann beim Tanken. „Gringos“ bezahlen mehr als den doppelten Preis. Es gibt verschiedene Wege das zu umgehen – entweder man verhandelt, bekommt keinen Beleg, einen niedrigeren Preis bei dem sich der Tankwart noch etwas in die eigene Tasche stecken kann  oder man parkt etwas abseits, läuft mit dem Benzinkanister zur Tanksäule und bekommt den einheimischen Preis, da ja kein Auto mit ausländischem Kennzeichen zu sehen ist. Kurz nach der Grenze funktioniert beides nicht – das Militär kontrolliert überall!

Zwischen Corumba und Santa Cruz machen wir drei Stops: In Aguas Calientes sitzen wir zwei Tage lang mitten im Pantanal in einem heißen Fluss, trinken Bier und lassen uns von kleinen Fischen abknabbern – dafür bezahlt man in Asien viel Geld. Da es endlich nicht mehr regnet und wärmer ist, fahren wir nach Santiago de Chiquitos, machen eine Wanderung auf einen Aussichtspunkt mit Sandsteinformationen. Der letzte Halt ist in San José de Chiquitos – ein kleiner verlassener Ort, der eine Kirche hat die Weltkulturerbe ist und die zur „Jesuiten-Route“ in Bolivien gehört.

Auf dem Weg sehen wir neben den vielen überfahrenen Tieren, einige Pferdekutschen mit „Amischen“ – eine Gruppe der Mennoniten die ein sehr einfaches und bäuerliches Leben führt und jeden modernen Fortschritt ablehnt bzw. erst sehr genau prüft.

Nach einem schönen Abend in Santa Cruz mit Bowling, Pizza und Bier im Irish Pub, verabschieden wir uns von Markus. Er fährt direkt mit dem Bus nach Sucre. Das ist auch unser nächstes großes Ziel. Wir werden das Kilo echt fruchtig schmeckende Kaubonbons auf dem Armaturenbrett vermissen 🙂

In Santa Cruz verbringen wir die Tage mit Fernando und seiner Familie. Er ist Mitglied im VW Kombi Club Santa Cruz und freut sich immer über Besuch. Unter der Woche parken wir vor seinem Büro, am Wochenende vor dem Haus seiner Familie. Wir können den Pool benutzen und haben endlich mal wieder einen Grillabend. Fernandos Frau spricht perfekt deutsch, da sie auf einer deutschen Schule war und auch eine Zeit in Deutschland gelebt hat. Fernando hilft uns nebenbei noch einen Reifenhändler zu finden (wir brauchen dringend ein neues Ersatzrad und können ein super gutes gebrauchtes kaufen), eine Autoversicherung abzuschließen und unser Visum auf 90 Tage zu verlängern (an der Grenze werden immer nur 30 ausgestellt – keiner weiß weshalb). Auf dem Wintermarkt wollten wir uns eigentlich mit ein paar warmen Klamotten eindecken. Da der Winter in Bolivien vorbei ist, sind wir nicht besonders erfolgreich. Bei 36 Grad macht das im Nachhinein auch eher weniger Sinn…

 

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