Pucon

15. bis 28. April

Das  Warten auf die Fähre lohnt sich schon als wir unser Ticket in der „Ultima Hora“ kaufen und dadurch ganze 80$ sparen! Bevor es überhaupt losgehen soll, dürfen wir die Nacht schon auf dem Schiff verbringen. Hier wartet die nächste Überraschung: Anstatt der gebuchten billigsten Dreier-Innenkabine bekommen wir eine Zweierkabine mit Fenster! Nicht schlecht! Dass wir wie angekündigt morgens um 7 noch nicht losgefahren sind, wundert uns auch nicht. Wir haben immer mal wieder gehört, dass man keine festen Termine oder Buchungen haben sollte, wenn man die Fähre nimmt. Nachmittags gegen 16Uhr legen wir dann schließlich ab. Das Leben hier auf der Fähre erinnert etwas an Schullandheim oder vielleicht auch Bundeswehr. Zum Essen wird man zu bestimmten Zeiten gerufen, man stellt sich wie in der Kantine in die Schlange, wenn es auf dem Meer etwas zu sehen gibt oder der Guide einen Vortrag hält, kommt ebenfalls eine Lautsprecherdurchsage. Erik bekommt erst ab dem zweiten Tag Nachschub an Essen. Dort sind einige Passagiere in einem kleinen Fischerdorf, das nur mit dem Boot zu erreichen ist, ausgestiegen. Die Nacht auf dem offenen Meer verläuft zum Glück nicht ganz so unruhig. Das Essen bleibt wo’s hingehört und die „Entspannungsschraube“ am Bett brauchen wir auch nicht. Da auch Viehtransporter mit bestimmt einigen hundert Kühen geladen sind, ist der Geruch im hinteren Teil der Fähre am vierten Tag fast nicht mehr auszuhalten. Unser Lieblingsplatz ist dann auf der Brücke oder ganz vorne auf dem Schiff. Obwohl es die ganze Zeit ziemlich neblig, windig und regnerisch ist, sehen wir tatsächlich Delfine, Wale, Seehunde, Pinguine und andere Vögel. Leider können die mit meiner Kamera nicht festgehalten werden – sie waren aber definitiv da! Weil wir am Ankunftstag noch nicht in den Hafen einlaufen können, da es zu sehr windet, schlafen wir also noch eine Nacht auf dem Schiff. Da noch genügend zu Essen da ist, gar kein Problem.

 

 

 

Puerto Montt ist eine typische Hafenstadt und soll nicht besonders schön sein, das sagt sogar der Guide auf der Fähre. Also fahren wir direkt weiter in die Studentenstadt Valdivia. Das Wetter hier ist immer noch recht Bescheiden. Zum Glück gibt es genügend schöne Kneipen mit selbstgebrautem Bier und ein Shoppingcenter. Wir können also hier auch unsere verlorengegangenen Schuhe und die zu heiß gewaschenen T-Shirts ersetzen. Die Fahrt an die Küste  nach Niebla auch mehr ein Flop. Alles wie ausgestorben. Kein Restaurant, das leckeren Fisch anbietet, hat offen. Wir versuchen trotz allem das beste daraus zu machen und lassen uns von den lustigen Seelöwen am Flussufer unterhalten.

 

 

 

In der Hoffnung, dass das Wetter endlich besser wird und es im Norden etwas wärmer ist, fahren wir weiter nach Pucon. Erik ist hier schon zum zweiten Mal. Als nach einem weiteren Regentag Tag endlich wieder die Sonne scheint, weiß ich auch warum er kein Problem damit hat noch einmal hierher zu kommen. Die Stadt ist klein, in der Hochsaison wohl mega touristisch und vollgestopft, aber auch wirklich wunderschön gelegen. Umgeben von Seen und Bergen und mit Blick auf den Bilderbuchvulkan Villarrica. Das Hostel in dem wir landen ist leider ein ziemlicher Reinfall. Komische Typen, die den ganzen Tag „benebelt“ durch die Gegend laufen und ein ziemlich dreckiges Haus. Dazu kommt, dass nicht richtig geheizt wird. Obwohl es nur noch 15 Grad hat, wird der Ofen – wenn überhaupt – abends angeschmissen. Und der reicht nicht annähernd aus, um das ganze Haus zu heizen. Also fahren wir erst mal zu den Thermen von Pozones, um uns aufzuwärmen. Das heiße Wasser kommt aus der Erde, das Kalte aus dem Fluss der direkt vorbeifließt. Bis nach Mittag sind wir ganz alleine und genießen die Ruhe. Das schöne Wetter kommt auch zurück und wir schnappen uns noch einmal unser Zelt um in den Huerquehue Nationalpark zu fahren. Obwohl wir drei tolle Tage auf einem schönen Campingplatz am See haben und die Wanderungen toll sind, ist die Luft etwas raus. Wir haben die Nase voll von der Kälte, um mit großem Gepäck durch die Gegend zu laufen fehlt die Motivation. Die wird wohl hoffentlich bald wieder kommen!?

 

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