Mendoza

3. bis 23. Mai

Auf jeder Flasche Olivenöl, auf allem was mit Früchten zu tun hat und vor allem auf Weinflaschen liest man „Mendoza“. Mendoza ist DAS Paradies Argentiniens für Wein- und Früchteanbau – also nichts wie hin!
Schon die Fahrt von Chile über den Pass, durch die Anden, ist der Wahnsinn. Es hat frisch geschneit und die Straße windet sich in gefühlten tausend Kurven den Berg hinauf. An der Grenze – mitten im Nirgendwo – werden alle Busse komplett ausgeladen und durchgecheckt. Pro Bus dauert das etwa eine Stunde. So warten wir vier Stunden bis unser Bus an der Reihe ist. Dass „Warten“ eine Art Volkssport in Argentinien ist, werden wir noch häufiger feststellen…
Mendoza liegt mitten in der Wüste, hat mehr als dreihundert Sonnentage pro Jahr und somit das perfekte Klima für Obst- und Weinanbau. Wir haben richtig „Glück“, es ist ein besonderes Jahr für Mendoza: Der El Niño sorgt dafür, dass es an fünf von sieben Tagen regnet. Vielen Dank auch! Am einzigen sonnigen und warmen Tag schnappen wir uns zwei Fahrräder bei „Mr. Hugo“ und machen zuerst eine Weinprobe in der „Bodega (Weingut) Trapiche“. Der Guide ist mehr an unserer Reise interessiert als daran uns etwas über die Bodega zu erzählen. Das ist ganz unterhaltsam und wir dürfen uns bei der Weinprobe einen Wein aussuchen und ein Glas nachschenken. Den Wein genießen wir auf der sonnigen Terrasse mit Blick über hunderte alte Olivenbäume – unglaublich! Einen weiteren Stop machen wir um Olivenöl, Marmelade und Liköre zu probieren. Der Pfefferlikör hat’s Erik besonders angetan. Nach der Tour gab’s „früher“ bei „Mr. Hugo“ noch ein Glas Wein. Die lokale Polizei hat ihm mit den Gesetzen jetzt aber einen Strich durch die Rechnung gemacht, erzählt er uns.
Die Fotos von den Cafés in denen wir – wegen des Regens – die restlichen Tage verbracht haben, ersparen wir euch. Nur das leckere Asado bei unserer Gastgeberin Alicia muss wieder festgehalten werden 🙂 Erik hat mittlerweile so oft zugeschaut, dass er dieses Mal selbst am Grill steht. Und das klappt richtig gut… Auch die selbstgemachten „Chimichurri“ (eine Art Grillsoße aus Essig, Öl, Knoblauch, Petersilie und Oregano) schmecken super. Vielleicht sollten wir in Deutschland ein argentinisches Grillrestaurant eröffnen??!!

 

 

Wir fahren weiter nach San Rafael. Drei Stunden südlich der Stadt Mendoza, aber immer noch Provinz Mendoza. Hier werden wir die nächsten zwei Wochen auf einer Farm arbeiten. Ja richtig – arbeiten! Obwohl Reisen wirklich auch anstrengend ist (vielleicht kaum zu glauben) und nichts mit Urlaub machen zu tun hat, freuen wir uns darauf mal wieder andere Muskeln, als die beim Wandern, anzustrengen. Das ganze Projekt nennt sich „Workaway“. Wir haben unseren Gastgeber Jeff einige Wochen vorher kontaktiert. Er sucht immer Hilfe auf seiner Farm. Wir arbeiten fünf Stunden am Tag, fünf Tage die Woche, bekommen dafür ein Zimmer und drei Mahlzeiten umsonst. Was auf uns zukommt, wissen wir nicht so genau. Jeff ist ein waschechter Amerikaner. Er hat schon (fast) überall auf der Welt für einige Zeit gelebt und auch schon mehrere Farmen besessen. Vor etwa zwei Jahren hat er das mehrere Hektar große Grundstück außerhalb der Stadt gekauft. Auf dem Grundstück wachsen vor allem Trauben, aber auch Oliven, Pflaumen, Äpfel, Aprikosen und Pfeffer am Baum. Das ganze Haus ist noch eine Baustelle. Das war uns so nicht bewusst… Jeff erzählt uns erst einmal, dass er wegen eines Spinnenbisses zehn Tage im Krankenhaus war. Er hat auch nach vier Wochen noch tierisch Schmerzen und sein ganzer Arm brennt. Außerdem wurde schon mehrere Male (vermutlich von den Nachbarn) in sein Haus eingebrochen und es wurden Sachen gestohlen. Na, das kann ja heiter werden. In der ersten Woche schlafen wir im zukünftigen Gästehaus. Dort gibt es weder einen Bodenbelag noch fließend Wasser. Nur ein Bett. In der zweiten Woche – als die beiden anderen Workawayer abgereist sind – wechseln wir ins Haupthaus. Auch in diesen beiden Wochen meint es der El Niño nicht gut mit uns – mehr als zwei- oder dreimal bekommen wir die Sonne nicht zu sehen. Das Wetter erschwert uns auch das Arbeiten. Die meisten Arbeiten wären draußen. Oft weiß Jeff nichts mit uns anzufangen. im Haus gäbe es auch viel zu tun. Dort fehlt es dann aber andauernd an Baumaterialien oder eben an Geld. An den Tagen ohne Regen bauen wir auf dem Dach an der zukünftigen Dachterrasse, errichten ein Vordach für den zukünftigen Wintergarten, mauern einen Pizzaofen oder sägen Feuerholz. An den Regentagen arbeiten wir im Haus. Bauen Türen für den Schrank, machen Quittenpaste, mauern die Badewanne, verschönern den Tisch mit Mosaik oder reparieren irgendwelche Sachen. Obwohl es so ein einfaches und primitives Leben ist, fühlen wir uns bei Jeff wie zu Hause, wir genießen die Ruhe, das gute Essen, den Wein, die Filmabende inklusive den Kuschelstunden mit den vier Hunden, den (Trink-)spieleabend, das Asado und den Ausflug zum „Valley Grande“. Nach dieser guten Erfahrung mit Workaway, freuen wir uns jetzt schon auf die nächste…

 

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