San Rafael

16. bis 18. Juni

Dass die Paraguayer keine Geschäftsleute sind, wissen wir ja schon. Unsere Gastgeber im San Rafael Nationalpark kommen dieses Mal aus der Schweiz. Im Gegensatz zu Peter in Concepción verdienen Christine und Hans ihr Geld jedoch nicht mit dem Tourismus. Sie haben keine Homepage und machen keine Werbung – wer vorbei kommen möchte, muss anrufen. Wenn es geregnet hat, ist ihr Hof nicht zu erreichen. Bei unserer Ankunft haben wir gerade noch Glück – seit sechzehn Tagen in Paraguay sehen wir im Regenwald zum ersten Mal wieder Regen! Christine und Hans sind vor 37 Jahren spontan ausgewandert, weil ihnen die Schweiz zu eng war. Die Lust aufs Reisen hatten sie wohl schon immer: Sie waren Seefahrer (ja in der Schweiz!) und sind ein Jahr lang mit dem Auto durch Afrika gefahren. Als sie mit der Landwirtschaft (Sojaanbau) angefangen haben Wald zu roden, haben sie schnell gemerkt, dass das so nicht gut geht. Deshalb kommt es, dass sie sich seit über 20 Jahre für den Schutz des atlantischen Regenwalds einsetzen. 73000km2 sind im San Rafael Nationalpark noch übrig. Täglich wird Fläche gerodet, das Holz verkauft und auf den gerodeten Flächen z.B. auch Drogen angebaut. Dabei können sie nur zuschauen – sich einzumischen wäre viel zu gefährlich. Überall steckt die Polizei und die Regierung mit drin. Wenn man bei den beiden übernachtet, kommt das Geld ihrer Organisation „Pro Cosara“ zu Gute, die die beiden gegründet haben. Auf den Wanderwegen wollen sie den Touristen den Wald näher bringen. Es macht Spaß sich die Geschichten der beiden anzuhören (so traurig sie auch teilweise sind) und dabei das leckere Essen zu genießen. Unser Highlight war auf jeden Fall der Rundflug über den Park. Ja auch für mich obwohl ich nur unten stand 🙂 Hans hat sich das Flugzeug aus einem Baukasten selbst zusammengebaut. Er verschafft sich aus der Luft einen Überblick über die Veränderungen im Park und berichtet das Ergebnis bei der Versammlung von „Pro Cosara“.

Wir finden es echt bewundernswert was Christine und Hans machen. Wer etwas Gutes für den Erhalt des Regenwalds tun möchte, kann sich sicher sein, dass das Geld bei „Pro Cosara“ gut eingesetzt wird.

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