Rio de Janeiro 

23. Juni bis 1. Juli und 5. bis 11. Juli

Schon seit Wochen freue ich mich auf die berühmte Stadt an der Copacabana. Und tatsächlich ist es so etwas wie Liebe auf den ersten Blick. Nur auf den zweiten Blick entdecke ich auch die eher unschönen Seiten. Bei Erik ist es eher anders herum 🙂 Die Stadt fasziniert mit Sonne, Meer, den vielen Hügeln, Stränden und jede Menge Kultur. Wieder finden wir bei airbnb einen tollen Gastgeber. Zu zweit zu Reisen hat gerade bei der Unterkunft große Vorteile. In einem zehn Bett Schlafsaal im Hostel würden wir mehr bezahlen als für ein Privatzimmer mit Familienanschluss. Warum also nicht diesen Luxus in Anspruch nehmen? Felipe ist Musiker, weiß immer wo gerade gute live Musik gespielt wird, nimmt uns zu Konzerten mit und verschafft uns eine Einladung zu einer Freejazz Jamsession auf der Terrasse einer Privatvilla mit Pool und Blick auf Cristo. Wenn wir abends weggehen, nutzen wir die Privattaxis von Uber. Online bestellt man sich ein Taxi und die Kosten werden abgebucht. Das ganze ist meistens günstiger als die öffentlichen Verkehrsmittel. Macht irgendwie keinen Sinn, ist aber mega praktisch! Das Viertel Santa Teresa in dem Felipe wohnt, ist das schönste in Rio. Es gibt dort nicht nur die beste Pizza Rios (wir sagen die beste der Welt), sondern auch schöne Straßen den Hügel hinauf, ein altes Viadukt über das die alte Straßenbahn fährt und die bunteste Treppe Rios, auf der es für jedes Land eine Fliese gibt.

Die Cristostatue ist natürlich ein Must-See. Logischerweise nicht nur für uns sondern auch für hunderte andere, die versuchen auf der engen Plattform das beste Selfie zu ergattern. Spektakulär ist schon die Fahrt mit der Zahnradbahn durch den Nationalpark und den steilen Berg hinauf. Natürlich entworfen von einem verrückten Ingenieur vor zick Jahren…

Nach einer Woche fahren wir für ein paar Tage nach Caxambu. Da ich aber immer noch nicht genug habe von Rio, geht’s nochmal zurück.

Dieses Mal haben wir nicht ganz so ein Glück mit dem airbnb – es ist mehr ein Gästehaus, anonymer und unfreundlicher, aber schön und wieder in Santa Teresa gelegen. Und endlich steigt die Temperatur auf 30 Grad – Zeit für die Copacabana! Eine große Bühne, ein großes Spektakel, dem man den ganzen Tag zuschauen kann – nur Fotos mache ich keine, zu groß die Diebstahlgefahr. Die meisten gehen nur mit Plastiktüte an den Strand, mieten sich einen Liegestuhl, auf dem man nur sitzen kann und richten ihn immer der Sonne entgegen. Natürlich so knapp wie möglich bekleidet – egal ob sie’s tragen können oder nicht. Die Brasilianer sind definitiv selbstbewusst und stehen zu dem, was sie haben – auch wenn es zu viel ist. Mit Sonnenschirm und Caipi in der Hand fahren wir die touristische Version. Dann geht der Wahnsinn los: Tücher, Bikinis, Schmuck, Bier, Cocktails, Garnelenspieße, Grillkäse, Açai, Pão de queijo, Empanadas, Hennatattoos… und wenn man davon nichts haben möchte, wird einem Gras oder Koks angeboten. An der Copacabana und am Ipanema Beach wird kräftig für Olympia verschönert. Alles was vor vier Jahren für die WM gemacht wurde, muss nun schon wieder erneuert werden. Die Kosten sind so hoch, dass nicht mal mehr die Gehälter für die Beamten bezahlt werden kann. Darüber hinaus ist drei Wochen bevor die Spiele beginnen noch nichts zu spüren oder zu sehen.

Die Bilder von Rio hat man schon hunderte Male auf Fotos oder im Fernseher gesehen, das nimmt etwas die Euphorie. Die Favelas wandern an den Hügeln nach oben, jedoch nicht so extrem wie wir es uns vorgestellt haben. Hinein gewagt haben wir uns nicht. Auf unserem Weg zur Metro liegen viele Obdachlose auf der Straße, teilweise sehr leblos. Außerdem riecht es ständig nach Urin. Es gibt zu wenig Regen um den Geruch wegzuspülen. Unsicher haben wir uns nie gefühlt. Gefährlich war es auch in keiner Situation. Ich würde wieder kommen – in die Stadt an der Copacabana und am Fuße des Zuckerhuts.

 

2 Gedanken zu “Rio de Janeiro 

  1. Auch hier hattet ihr besseres Wetter als wir. Die Statue haben wir nicht mal bis zum Kopf gesehen da es Nebel hatte ohne Ende. Gebadet haben wir (ein paar von uns) an der Copacabana bei gefühlten eisigen Temperaturen weil es eben ein muss war. Somit habe ich Rio nur von der ruhigsten Seite erlebt. Bevor wir ankamen war heftige Hitze u. als wir gingen anscheinend auch wieder, aber so ist das halt im Leben. ABER schön war es trotzdem.

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    1. Ein Grund um nochmal hin zu fahren 🙂 Auf dem Zuckerhut war bei uns auch bewölkt und Badewetter war auch nicht immer. Ist au schließlich Winter 😉 Aber wie du sagst, toll ists trotzdem! Liebe Grüße nach Schörzingen. Wir hoffen es geht euch gut?!

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