Cusco

25. November bis 7. Dezember

Peru war nie DAS Land, das wir unbedingt sehen wollten – auch nicht als wir noch mit dem Rucksack unterwegs waren. Aber die heilige Inka-Stätte „Machu Picchu“ wollten wir nicht verpassen. Wie sich herausstellen wird, ein Erlebnis das man nicht so schnell vergisst und sicherlich trotz Touristenscharen ein Highlight der Reise. Touristen gibt es in ganz Peru viel mehr als zum Beispiel in Bolivien. Was natürlich nicht nur Nachteile hat.

Bereits auf dem Weg nach Cusco schnuppern wir erst Inka Luft an der Strohbrücke. Sie wird jedes Jahr neu geflochten und ist so wohl total sicher. Für mich sieht’s trotzdem zu wacklig aus. Ich warte lieber am Rand und mache ein paar Fotos von Erik.

 

Zum ersten Mal sind wir in Cusco auf einem Campingplatz – zusammen mit neun anderen Fahrzeugen. Dass viele hierher kommen, liegt vor allem daran, dass die Gassen in Cusco eng sind, es kaum Parkplätze in der Stadt gibt und diese Rasenfläche mit einer Dusche inkl. Klo für alle außerhalb der Stadt, der ideale Ort ist. Es ist schön einige Gleichgesinnte zu treffen, sich auszutauschen und gemeinsam zu frühstücken. Wir lassen auf dem Campingplatz unseren Bus für ein paar Tage stehen und machen uns wieder einmal mit Rucksack und Zelt auf große Machu Picchu Erkundungstour… Mittlerweile gibt’s nicht mehr nur eine Möglichkeit das zu tun. Der berühmte „Inka-Trail“ ist weit im Voraus ausgebucht und sau teuer. Eine Alternative ist der „Salkantay-Trek“ – möglich ganz ohne großes Budget und auf eigene Faust – das gefällt uns! Wie im „Torres del Paine“ Nationalpark sehen wir die Herausforderung darin, unsere Unterkunft und unser Essen für fünf Tage selbst zu schleppen.

Tag 1:

Wir fahren von Cusco mit dem Minivan nach Mollepata. Da früh aufstehen noch nie unser Ding war, kommen wir nach zwei Stunden Fahrt „erst“ um 9Uhr dort an. Geplant war auf einen Pick Up aufzuspringen und uns bis Soraypampa mitnehmen zu lassen. Leider sind die Pick Up Fahrer, obwohl Sonntag ist, alle Frühaufsteher. Also müssen wir auch die ersten 22km laufen. Obwohl wir öfters gehört haben, dass sich dieser Teil der Strecke nicht zu laufen lohnt und es 1000 Höhenmeter zu überwinden gibt, ist es ein toller Einstieg. Als wir in Soraypampa auf 3880m ankommen, haben wir schon den ersten Blick auf die schneebedeckten Berge. Es ist schnell kalt und wir verkriechen uns nach einem warmen Essen und einen Kokatee im Zelt. Das Zelt wird auf Beton in einem anderen großen Zelt aufgestellt. Der Rasen draußen ist ziemlich matschig, also wohl besser so. Als „Low Budget Traveler“ werden wir im hinteren Teil im Plastikzelt plaziert, die Leute die eine Tour gebucht und mehr bezahlt haben, zelten unter Strohhütten. Damit müssen wir wohl leben…

 

2. Tag:

Gleich ganz früh starten wir den wohl anstrengendsten Teil der Wanderung. Es geht hoch auf 4650m über den „Paso Salkantay“. Wir haben Glück und es hängen nur wenige Wolken in den Bergen und man sieht hin und wieder die Gipfel. Ab dann geht’s nur noch bergab – vor allem was das Gelände angeht, aber auch meine Beine und Knie machen nicht mehr mit. Ein gutes Gefühl im nächsten Camp anzukommen. Ein kleines Dorf, das aus etwa sieben Campingplätzen besteht – nicht mehr. Hier treffen wir ein paar Leute vom Colca Canyon wieder. Sie sind mit einer Gruppe unterwegs und laden uns zu einem Bier ein. Der Campbesitzer gibt uns zu verstehen, dass das nicht gewünscht sei, wir würden der Gruppe den Platz wegnehmen. Achso, na klar. Über solche Situationen können wir nur noch schmunzeln, wir setzen uns vor unser Zelt, beobachten das Geschehen und warten bis die Gruppe zum Essen geht. Schade nur um die Gesellschaft die wir dann nicht hatten…

 

3. Tag:

Der dritte Tag sollte eher entspannt und langweilig werden. Wieder einmal werden wir vom Gegenteil überrascht. Es geht ständig bergauf und bergab, was nicht gerade unanstrengend ist. Vor allem überzeugt die Landschaft. Am Vortag war es kalt und windig, es regnete und auf dem Berggipfeln lag Schnee. Heute ist es tropisch warm. Wir wandern entlang eines Flusses durch einen Wald voller bunter Blüten, Schmetterlinge, vorbei an Maracuja- und Avocadoplantagen und an vielen Walderdbeeren. Schon kurz nach Mittag machen wir Schluss für heute. Vor uns liegt ein langer Aufstieg, den wir uns für morgen aufheben wollen. Im Camp gibt es leckeren Café quasi aus dem eigenen Garten und Gesellschaft von zwei Kanadiern – perfekt um eine Pause einlegen.

 

Tag 4:

Gestärkt durch die Pause, geht es über die Inka Treppe durch ein Kaffeanbaugebiet auf einen weiteren Pass. Dort haben wir an einer Inka Ruine einen ersten Blick auf den Machu Picchu. Wahnsinn – grüne spitze Berge, ein Fluss schlängelt sich hindurch, die Sonne scheint und es ist richtig warm. Hoch motiviert geht es wieder abwärts. Am Wasserkraftwerk befindet sich auch die Zugstation. Dort kommen die meisten Tagestouristen aus Cusco an und nehmen den „günstigen“ zwanzig Dollar Zug nach Aguas Calientes – auch unter dem Namen Machu Picchu Dorf zu finden. Wir legen die letzten 12km entlang der Bahnschiene zu Fuß zurück, checken auf dem Campingplatz ein und kaufen die Eintrittskarten für den nächsten Morgen.

 

5. Tag:

Um 5:15Uhr machen wir uns auf den Weg auf den heiligen Berg – es geht gefühlte 1000 Stufen nach oben. Bereits so früh am Morgen kommen wir ordentlich ins Schwitzen. Um kurz vor 7Uhr stehen wir mit weiteren 198 Menschen am Eingang zum Waynapicchu Schlange – ein weiterer Gipfel innerhalb des Machu Picchu Geländes, von dem aus man einen tollen Ausblick auf die Inka Ruinen hat. Die Wege sind eng, steil und haben viele Stufen. Alles liegt noch im Nebel. Pünktlich als wir oben ankommen, klart es auf. Zusammen mit Alcide und Amanda aus Kanada erkunden wir noch die Ruinen. Die Menschen verteilen sich auf dem Gelände ziemlich gut, es fällt nicht schwer zu genießen. Unten entscheiden wir uns den Tag gemütlich in den heißen Quellen und bei einem Bier am Fluss mit Amanda und Alcide ausklingen zu lassen.

 

Am nächsten Tag geht es dann schon zurück nach Cusco. Erst zu Fuß entlang den Schienen, dann sechs Stunden mit einem verrückten Minivanfahrer und lauter Musik aus den neunzigern.

Die Zeit, die wir auf neue Bremsen aus Cusco warten müssen, nutzen wir sinnvoll mit einer Pisco Probe im Pisco Museum und einem Meerschweinchen-Dinner. Nachdem wir eine Ewigkeit durch strömenden Regen gerannt sind, bringt uns ein Taxifahrer zu einem wohl bekannten Restaurant. Dort sitzen wir klatschnass im Hinterzimmer und beobachten durch die Glasscheibe die Kinderparty im Restaurant. Ziemlich skurril, aber sicher eines der Erlebnisse, die wir nicht so schnell vergessen werden… Ein weiteres Highlight ist auf jeden Fall der San Pedro Markt. Ein großer, bunter, lebendiger Markt auf dem man alles findet: Tücher, Hüte, Körbe, Früchte und Gemüse, Käse, Wurst und Fleisch, Gewürze, Kartoffeln und Quinoa, leckere Suppen und Fruchtshakes. Interessant finden wir die dehydrierten Kartoffeln: Es wird ihnen Wasser entzogen, um sie noch länger haltbar zu machen. Wenn man sie kocht, schmecken sie lecker haben aber nur noch wenig mit richtigen Kartoffeln zu tun. Ganz stolz sind wir auch auf unsere neuste Errungenschaft, eine echte italienische Espressomaschine. Zusammen mit der Kaffeemühle aus La Paz gibt’s jetzt jeden Morgen hart erarbeiteten, frisch gemahlenen Kaffee. 🙂

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